Mittwoch, 20. Juni 2012

Das iPhone als Kamera

Nachdem ich einen Monat lang jeden Tag mit meinem iPhone 4 mindestens ein Bild aufgenommen habe, hier mal ein Resumé.
Zu allererst hat sich das bestätigt, was ich auch vorher schon wusste. Mit (fast) jeder aktuellen Kamera lassen sich gute Bilder machen - man muss nur wissen, wo die Grenzen sind. Und die Technik des iPhone 4 ist schon ganz anständig. Die Auflösung reicht für Ausdrucke in 30x40cm. Das Gerät ist hinreichend schnell.
Über die Vorzüge eines Smartphones als Kamerahintergrund muss man auch nicht diskutieren. Der Computer ist quasi die optimale Ergänzung. Er bietet Möglichkeiten der Bearbeitung, die selbst bei teuren DLSRs nicht zu finden sind. Und man kann das Gerät jederzeit an seine Bedürfnisse anpassen. Dabei handelt es sich jedoch um Softwarefeatures, die sich jederzeit ändern können. Daher habe ich mir bei meinem kleinen Selbstversuch ganz bewusst auf ein Rumspielen mit diversen Apps verzichtet.


Aber wie üblich gibt es keinen Lichtblick ohne Schatten. Und ich meine hier nicht den fehlenden Zoom o.ä. Damit musste ich früher leben - und ich kann es noch heute. Man muss halt die Grenzen kennen.
Der eigentliche Pferdefuß liegt in der Handhabung. Schon beim Telefonieren merkt man dem iPhone 4 an, dass da das Design etwas zu sehr im Vordergrund stand. Und so werde ich mit dem iPhone sowohl als Telefonhörer als auch als Kamera nicht so recht warm. Die Haptik ist leider suboptimal für meine Hände.
Man kann das iPhone nicht ordentlich umgreifen. Entweder ist ein Finger vor der Kamera oder aber man kommt auf den Touchscreen. Beides führt meist zu Fehlern in der Aufnahme.
Die Haltung zwischen den Fingern ist wiederum recht instabil. Gerade wenn man die Hand etwas verdrehen muss, um den richtigen Winkel zu finden, wird es wackelig. Um eine gute ausgerichtetes Bild machen zu können, brauche ich viel Zeit. Fotografieren wird so recht langsam - unter anderen Umständen nicht unbedingt das Schlimmste. Aber das iPhone war als schnelle "immer dabei Kamera" gedacht.

Anderen scheint es ähnlich gegangen zu sein. Das würde wenigstens solches Zubehör wie einen verdickten Griff erklären, den man unter dem iPhone anbringen kann - ein Gadget, das ich mir anschaffen würde, wenn mein iPhone nicht in einer Zusatzhülle stecken würde.
Das nächste Manko ist der Touchscreen. Abgesehen davon, dass man immer aufpassen muss, nicht aus Versehen die Einstellungen zu ändern, ist es manchmal zu unpräzise. Das liegt einfach in der Sache selber. Und man muss in vielen Fällen, das Gehäuse dafür loslassen. Im Automatikmodus sicher kein Problem - aber wer in den Prozess der Aufnahme manuell eingreifen will, merkt schnell, wie stark man dabei verreißt.
Und zu allerletzt der Auslöseknopf. Er liegt in allen Apps, die ich gesehen habe, neben der Hometaste. Es hat mich einige Zeit gekostet, bis ich gelernt habe, nicht diese Hometaste als Auslöser zu nutzen. Das Ergebnis ist ein Beenden der Kamera-App. Hier hätten sich die Designer der Software gerne etwas einfallen lassen können.


Nun kann man in meinen Augen niemandem einen Vorwurf aus den Themen machen. Es ist schließlich immer noch ein Telefon mit (gigantischen) Zusatzfunktionen.

Aber ich werde für die kleine Fototour zwischendurch wohl doch noch nach einer Kamera suchen müssen.
Das iPhone wird trotzdem ein Bestandteil meiner Fotoausrüstung bleiben. Immerhin habe ich es sowieso immer dabei. Also warum die Kamera nicht nutzen? Die Bilder und die Möglichkeiten der Bearbeitung sind gut.

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