Freitag, 8. Juni 2012

Warum gibt es eigentlich keine quadratischen Sensoren?

Es war mal wieder so weit. Am letzten Wochenende habe ich Fotos beim Sport gemacht. Und bei der Bearbeitung habe ich dann festegestellt, dass es so einige Bilder dazwischen gibt, die quer statt hoch besser ausgesehen hätten.
Also einfach Croppen? Wenn man das Formatverhältnis 3:2 beibehalten will, geht da mehr als die Hälfte der Auflösung verloren. Da reden wir dann schnell von Auflösungen deutlich unter 10 MPixel. Fürs Poster nicht mehr all zu viel.
Und vorher umschwenken? Ob man das in der Hektik immer hinbekommt, ohne den richtigen Zeitpunkt zu verpassen, wage ich mal zu bezweifeln.


Warum eigentlich gibt es keine DSLR mit quadratischem Sensor? Die Industrie versucht doch sonst alles mögliche, um den Absatz zu "fördern". Der letzte Wurf: Die Leica Monochrome. Sehr speziell. O.K. Ich möchte zwar nicht, dass Leica die Idee umsetzt. Da fahre ich mit einer Nikon D800 und Crop billiger. Aber ingesamt würde mich eine solche Kamera ansprechen.

Aber einmal ganz im Ernst. Woran liegt das? Früher hatten wir das 6x6-Format, das lange sehr populär war. Und wie ich gerade mit der "Rolleiflex 3,5E Twinlinser" meines Vaters verifizieren konnte, kann man gut damit arbeiten. Das quadratisches Format hat schon etwas künstlerisches. Und die Größe ließe sich ja reduzieren.

Der größte Vorteil: Die Kamera muss nie gekippt werden. Batteriegriffe, Kippadapter für Stative u.ä. kann man vergessen. Einfach Kamera in die Hand nehmen und - nach der Bildkomposition - abdrücken.
Daneben wird das Objektive optimal ausgenutzt. Denn bei gleichem Bildkreis hat ein darin eingelagertes Quadrat die größte Fläche von allen Rechtecken - wie wir ja aus der Schule wissen.

Wer dann im Ergebnis ein anderes Format wünscht, kann noch Croppen. Bei einem, sagen wir mal 25 MPixel Sensor, blieben auch nach dem Crop auf 3:2 immer noch 16 MPixel übrig. (16:9 = 14 MPixel) Also technisch spricht nichts dagegen - würde ich sagen.
Und wenn es unbedingt sein muss, lässt sich die Formatauswahl bestimmt auch schon vor der Aufnahme technisch realisieren. Kleiner Schalter auf der Oberseite und eine passende Blende im Sucher und schon haben wir das gewohnte Sichtfeld.

Zugegeben, es wird etwas Überzeugungsarbeit dazu gehören, die Masse der Fotografen aus ihrer Hängematte zu holen und sich mit einem "neuen" alten Format anzufreunden. Im Videobereich treibt die Diskussion gerade humorvolle Blüten: Vertical Video Syndrome - A PSA (Ich nutze übrigens einen Bildschirm, der höher als breit ist.)

Aber es wäre doch mal wieder etwas neues auf einem Markt. Einem Markt, auf dem ein Touchscreen und die Simulation alter Kameras offensichtlich die Spitze der aktuellen Innovation ist.
Hallo Hersteller! Gebt Euch doch einmal einen Schubs.

Für mich bleibt aber wohl erst einma nur die Hoffnung. Und die alte Analogkamera meines Vaters...

Ach ja: wahrscheinlich gibt es irgendwo Kamera mit quadratischem Sensor. Aber ich spreche hier von handhabbaren und bezahlbaren Systemen mit einem umfangreichen Zubehörangebot - also dem Feld der klassischen DSLR mit Vollformat oder Crop-Sensor.

persönliche Notiz:
Dringend analoge Filmentwicklung lernen. Sonst wird das Spielen mit der 6x6 teuer.

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