Freitag, 27. Juli 2012

Olympus OM-D

(c) Olympus Europa Holding GmbH
Am Sonntag war ich bei einem der Promoseminare, die Olympus seit Juni für ihre neue Kamera Olympus OM-D veranstaltet (Link).
Das Seminar fand bei Frank Fischer in seiner Hamburger Fotoschule statt. (FF Fotoschule).

Das neue Flagschiff von Olympus ist eine MicroFourThirds-Kamera. Vom Design her ähnelt sie einer DSLR. Aber da sie keinen Spiegelkasten und einen kleineren Sensor hat, ist sie wesentlich kompakter.
Zur Einführung hatte Olympus sich überlegt, eine Promotiontour in Form von vierstündigen Seminaren auf die Beine zu stellen. In den 30€ waren neben Getränken vor allem auch eine SD-Karte für die eigenen Bilder und leihweise eine Kamera mit Standardobjektiv dabei.

Drei Gründe haben mich dann dazu getrieben, mich an dem Seminar anzumelden:
  1. Fortbildung kann nie schaden - und bei 30€ kann man nicht all zuviel verkehrt machen.
  2. Ich wollte mir einmal die FF-Fotoschule ansehen.
  3. Ich wollte doch einmal sehen, wie das Arbeiten mit einer kompakten Systemkamera so ist.
Insgesamt habe ich bekommen, was ich wollte. Ich habe einiges über das Fotografieren und vor allem den Umgang mit Models gelernt. Und Frank Fischer war dabei ein guter Lehrer.

Das wichtigste aber war die Kamera für mich. Wie andere Fotografen suche ich eine kompakte Alternative zur DSLR. Und was das Thema "kompakt" betraf, hat die Olympus die Erwartungen erfüllt. Gott ist die niedlich - wenn ich so an meine Nikon D300 denke.

Technisch kann sie der Nikon dagegen problemlos das Wasser reichen. Sie hat alles, was man an einer DSLR erwartet.

Es gibt ausreichend Wahlräder und Tasten, um die einzelnen Funktionen schnell genug erreichen zu können. Olympus ist dem aktuellen Trend zur Touchscreen-Bedienung nicht nachgelaufen. Gleichwohl bietet die Kamera die Möglichkeit dazu.

(c) Ehrhardt Petter
Überrascht hat mich die Qualität des fest installierten Suchers. Unterschwellig hatte ich die Erwartung, dass man den Detailverlust merken würde. Dem ist aber nicht so. Dass im Sucher eine Monitor und kein Echtbild zu sehen ist, habe ich nur gemerkt, wenn ich mich schnell bewegt habe. Dann zog das Bild merklich nach.
Und jedesmal wenn die Kamera scharf stellt, schüttelt sich das Bild. Ich hoffe, das lässt sich abstellen.

Die Qualität der Fotos lässt nichts zu wünschen übrig. Allerdings haben wir nur im Studio gearbeitet haben. Und da lassen sich die Grenzen nur schwer ausloten.

Was mich an dem Tag gestört hat, war die intensive Vorstellung der "Kunstfilter". Ist ja ganz schön, wenn ich das Bild gleich wie im iPhone in seinem Stil anpassen kann. Und das Ergebnis mag ja auch ganz beachtlich sein. Aber für mich fällt das in die Kategorie "Lächelautomatik, Gesichteerkennung, Motivprogramme" oder kurz: überflüssig. Ich kaufe eine solche Kamera, weil ich die volle "Kontrolle" über meine Bilder haben will. Da passte eine automatisierte Verarbeitung nicht dazu. Für das RAW-Format ist die Funktion eh nebensächlich.

Und da hätten wir auch den Grund, warum ich mir die Kamera nicht kaufen werde.
Auf der einen Seite will Olympus hier im Profilager mitspielen. Auf der anderen Seite stopft man sie mit Funktionen voll, die eher aus dem Knips-Sektor kommen (Personenerkennung gibt es natürlich auch).
Diese Widersprüche ziehen sich durch die gesamte Kamera. Es gibt zwar ausreichend Knöpfe für die Steuerung. Aber diese sind sehr klein und sind teilweise ungeschickt angeordnet. Und das teilweise ohne Not. Der Griff rechts recht klein - für mich eigentlich zu klein. Dafür - oder besser dagegen - bekommt man eine Grifferweiterung - mit dem Ergebnis, dass man dann zwei Auslöser und Drehknöpfe (mit identischer Funktion) oben auf dem Gehäuse hat. Warum? Bzw. Warum ist das nicht gleich mit griff gelöst worden. Die Tiefe kann es nicht sein. Jedes mir bekannte Objektiv für die Kamera überragt den Griff. Ich hätt noch ein paar mehr solcher kleinen Beispiele.

Und so bleibt bei mir ein etwas gespaltener Eindruck:
+ Technisch top.
+ Nettes Retrodesign.
-- In den Details aber weder Fisch noch Fleisch.

1000€ Einstiegpreis sind mir persönlich dafür zu viel. (Bei der Hälfte könnte man darüber reden).
Da gefällt mir eine Panasonic Lumix G oder GF für den halben Preis besser.

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