Montag, 9. Juli 2012

Postkartenmotiv - ein Schimpfwort?

"Schönes Postkartenmotiv." habe ich jetzt schon mehrfach zu einem Bild gehört. Dabei war es ganz klar, dass dies eine Herabwürdigung darstellte. Warum eigentlich?
O.K. den Bilder fehlt so etwas das herausragende Merkmal. Dennoch die Anforderungen hängen durchaus hoch:
  • Sie müssen handwerklich einwandfrei sein.
  • Sie müssen eine positive Emotion herüberbringen.
  • Sie müssen eine ideale Realität zeigen.
  • Sie müssen eine Verbindung zu einem Szenario schaffen, dass der Betrachter gar nicht kennt.
  • Sie müssen im Zweifelsfall jemanden dazu verführen, dieses Bild zu kaufen.

Viele hochgelobte Bilder schaffen das meiner Ansicht nach nicht. Sie gehen über den Kopf. Ihr primäres Element ist die Überraschung. Man könnte es auch einfacher als einen neuen Blick auf ein Objekt/Thema beschreiben.

Doch in beiden Fällen muss der Blick erst einmal gefunden und umgesetzt werden. Und das ist Falle des "Postkartenmotivs" nicht zwangsläufig einfacher als bei den "Novitäten".

Woher also diese Geringschätzung? Keine Ahnung - aber ich finde sie destruktiv.

Gerade für Einsteiger ist es bestimmt nicht förderlich. Da liefern sie gute Handwerksarbeit ab und werden dafür gescholten, dass es nicht Kunst ist.
Und das womöglich von Leuten, die das Wasser, mit dem sie kochen, mal dringend überprüfen sollten.

Also, ich habe beschlossen, meine Postkartenmotive mit Stolz zu präsentieren. Und ich kann das auch nur jedem anderen empfehlen. Sie sind ein Teil der Entwicklung als Fotograf - und nicht der schlechteste.

P.S: Während ich noch über dieses Problem nachsinnierte, brachte Paddy von Neuzehn72.de einen Beitrag, der sich mit den Zwang zum Bessere und Besten beschäftigt. Schaut ihn euch unbedingt einmal an: http://neunzehn72.de/hoher-schneller-weiter/

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